AstroTrekking AstroTrekking

Curriculum Vitae

Genau zwei Monate nach Heiligabend erblickte ich das Licht der Welt, um gerade noch rechtzeitig, aus meinem Gitterbettchen heraus, dem ersten Menschen auf dem Mond, bei seinen Gehversuchen auf der Mondoberfläche, gespannt zuschauen zu können. Der Grundstein für meinen weiteren Lebensweg war gelegt, denn die Faszination des Universums lies mich nicht mehr los.

Kaum aus dem Laufstall entlassen baute ich mir mit einem Elektronikbaukasten mein erstes Radio (klicke hier für ein Bild), mit welchem ich weit entfernte Sender empfing und lernte, dass HF-Technik ein gutes Beispiel dafür war, wenn die Erwachsenen sagten, "Theorie und Praxis sind zweierlei". Nachdem meine Eltern ein Einsehen hatten, daß ich dringenst einen Lötkolben brauchte, um meinem Experimentierdrang nachzugehen, war es um alles elekronische in unserer Wohnung geschehen. Wenn ich nicht gerade elektronische Geräte reparierte, schlachtete ich sie aus, um mit den so erhaltenen Bauteilen meine eigenen Schaltungen zu bauen. Wenn dann aus einem Radio plötzlich ein Sender wurde, und vor dem Haus auf einmal so ein komischer gelber VW-Bus mit vielen Antennen auf dem Dach herumfuhr, war es mal wieder eine gute Gelegenheit, mich schnellstmöglich anderen Dingen zu widmen. Um zu zeigen, dass man aus der Theorie "hin und wieder" doch auf die Praxis schließen konnte, baute ich mit 10 Jahren eine Robotterfamilie, welche auf einer Hobbyausstellung den ersten Preis einheimste (klicke hier für ein Bild).

Kopfzerbrechen bereiteten meinen Eltern die chemischen Experimente, welche ich mit meinen Chemiebaukästen anstellte und die vielen Löcher in meiner Kleidung, welche beim Platinenätzen entstanden. Somit bekam ich dann auch prompt einen dicken Kittel, eine Schutzbrille und eine feuerfeste Unterlage geschenkt. Ein Apotheker aus Hannover wurde auch auf einmal ganz unruhig, als ich (gerade mal 12 Jahre alt) zum zweiten mal an einem Tag 200g Schwefel kaufen wollte. Da fanden es meine Eltern dann doch etwas beruhigender, wenn ich nachts, bei klarem Wetter, mit einem Fernglas stundenlang den Himmel beobachtet, sie mit Fragen über das Universum löcherte und einfach nicht ins Bett gehen wollte.

Mit 14 Jahren bekam ich dann zu meiner Konfirmation ein Zweistrahloszilloskop geschenkt, mit welchem ich endlich verfolgen konnte, welche obskuren Dinge in der HF-Technik passieren können. Als ich zu diesem Zeitpunkt das erstemal das Wort Computer hörte, war es um mich geschehen. In Anbetracht des nie reichenden Taschengeldes strickte ich mir kurzerhand einen Computer mit Z80-Prozessor selber (Klicke hier für ein Bild). Bei dem riesigen Speicher von 1Kbyte lernte ich zwangsläufig schnell, wie man kurze aber effektive Programme in HEX-Code schreibt. Nachdem dann der VC20 und später der C64 geboren wurden, war klar, was für mich in dieser Zeit so unter den Weihnachtsbäumen lag. Nachts träumte ich dann von nie enden wollenden HEX-Zahlenkolonnen. Wenn ich dann im Schlaf ein Programmierproblem gelöst hatte, gegen 3:00 Uhr morgens aufschreckte, den C64 anschmiß, Bettzeug, Kissen und Decken - zwecks Geräuschdämpfung - auf den guten alten Epson RX80 Nadeldrucker warf, so konnte ich wetten, daß keine Minute später mein Vater völlig verschlafen zur Tür hereinkam, die Zeiger seiner Armbanduhr suchte, und mich darauf aufmerksam machte, daß ich um 8:00 ausgeschlafen in der Schule sein mußte.

Zu diesem Zeitpunkt war für mich klar, daß ich etwas praktisches machen mußte, und ich begann eine Zweistufen-Ausbildung über den Nachrichtengerätemechaniker zum Informationselektroniker bei der Firma EWD/Telefunken. Während dieser Zeit, und mit einem der ersten PAL Amiga 1000, sah ich auch zum ersten mal Sinn darin, höhere Programmiersprachen wie Pascal, Modula-2 und letztendlich C zu verwenden, denn in in diesen Sprachen träumt es sich wesentlich entspannter als in Maschinen-Code. Nach meiner Ausbildung blieb ich vorerst bei EWD/Telefunken in der Computerabteilung, wo ich Software entwickelte, Mitarbeiter schulte, mich um die HOST-Anbindungen, die Workstations und die PCs kümmerte. Auch wenn mir diese Arbeit viel Spaß machte, so war mein Wissensdrang einfach zu groß, als daß ich mich bis zur Rente ausschließlich mit Computern unterhalten wollte.

Mehr als ein Dutzend populärwissenschaftliche Bücher über die Relativitätstheorie, und das ständig wachsende Interesse an der Physik und der Astronomie gaben zusätzlich Anschub, ein Physik-Studium an der Universität-Gesamthochschule Paderborn zu beginnen. Mit rund 50 Studenten im ersten Semester, und somit sehr guten Studienbedingungen und ebensoguten Kontakten zu den Professoren, war es dort möglich, intensiv über physikalische Probleme zu diskutieren und aktiv an den Vorlesungen teilzunehmen. Klar, daß mich auch wieder so ein dummer Rechenknecht namens 486DX/50 begleitete. Ich begann damals langsam zu begreifen, daß nicht mehr kompakte, schnelle, und stabile Programme gefragt waren, sondern riesig große, gähnend langsame und ständig abstürzende. Zu diesem Zeitpunkt begann ich auch zum erstenmal darüber nachzudenken, ob die Menschen nicht viel mehr Zeit für die Wartung von Computern verschwendeten, als sie nachher durch die Rechenknechte wieder hereinbekamen. Somit blieb ich meinem Programmierstiel treu, nämlich schnelle, effektive und speicherplatzsparende Programme zu schreiben.

Nach dem Vordiplom wechselte ich dann an die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, um dort die zahlreichen Vorlesungen über Astronomie und Umweltphysik zu hören. Endlich hatte ich nun auch das Rüstzeug, um die zweisemestrige Vorlesung über die Allgemeine Relativitätstheorie, bei Herrn Prof. Nachtmann, verstehen zu können. Ich war somit an meinem vorläufigen Ziel angekommen und widmete mich endlich dem, was mir wirklich Spaß machte, auch wenn mich immer wieder der ein oder andere Computer ärgern wollte. Meine Diplomarbeit fertigte ich somit auch am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg an, so daß ich die aktuelle Forschung in der Astronomie miterleben, und auch mit dem 3.5m Teleskop auf dem Calar Alto beobachten konnte.



Titel der Diplomarbeit:

Kalibration und Tests eines kryogenen Fabry-Perot-Interferometers
für die hochauflösende Infrarotkamera CONICA
des Very Large Telescopes


Mittlerweile überede ich diverse PCs unter LINUX für mich zu arbeiten, was diese in der Regel auch brav machen. Nachdem ich mein Studium erfolgreich beendet hatte, wechselte ich zum Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn, um dort meine Doktorarbeit in der VLBI-Gruppe durchzuführen. Dort gibt es auch ein offizielle Homepage von mir.


Titel der Doktorarbeit:

Quasi-Periodicity of the Parsec-Scale Jet in the Quasar 3C345
- A High Resolution Study using VSOP and VLBA -

(Die Doktorarbeit ist auf dem Server der Universität- und LandesBibliothek Bonn abrufbar.)


Mittlerweile arbeite ich als Astronom in der Bonner VLBI-Gruppe am Max-Planck-Institut für Radioastronomie. Mein Schwerpunkt ist dabei die Erforschung von Aktiven Galaxienkernen (z.B.: Quasaren) mit höchst möglicher Auflösung. Mehr über Quasare und unsere mächtige Beobachtungstechnik ist auf dieser Web-Seite unter Astronomie zu finden.